Misserfolgsgeschichten 1 – Zusammenklappen eines Backgammon-/Dame-Sets

Wir werden auf der Website eine Rubrik mit dem Titel „Misserfolgsgeschichten“ einrichten. Die Arbeit mit Epoxidharz ist wirklich schwierig. Die Arbeit mit einem 3D-Drucker ist noch schwieriger. Beides gleichzeitig zu versuchen, ist die reinste Folter. Deshalb haben wir auch so viele „Misserfolgsgeschichten“. Aber bevor wir euch zu sehr abschrecken, fangen wir mit einer kleinen an.

Ich setzte mich voller Leidenschaft hin und begann ständig Schachsets zu bauen. Doch eines Tages merkte ich, dass ich überall in meinem Haus riesige Schachsets herumstehen hatte. Ich besitze mindestens fünf bis sechs 30×30-Schachsets. Sollte ich aufhören? Nein, das konnte ich nicht! Also musste ich etwas anderes machen. Aber immer noch etwas mit Schach. Ich liebte diese Arbeit.

Da kam mir die Idee, ein kleineres, faltbares Schachset zu entwickeln. Wenn es schon ein faltbares Schachset sein sollte, dann musste es natürlich auch Backgammon enthalten. Das ist ein sehr beliebtes Produkt in der Türkei. Es hat außen ein Schach-/Damebrett und innen ein Backgammonbrett. Wir wollten etwas mit der Türkei zu tun haben, also wollte ich ein Produkt mit der türkischen Flagge. Das war keine zufällige Idee. Und jetzt kommt der Clou: Ich setzte mich ans 3D-Designprogramm, maß, schnitt und arbeitete tagelang daran.

Ich entwarf eine 240×240 mm große Box. So hätte ich sie in einem Durchgang drucken können. Da aber sowohl die Backgammon- als auch die Schachseite Muster haben sollten, musste ich sie in zwei Durchgängen drucken. Ich wollte nicht, dass irgendwelche Oberflächen auf der Unterseite des Druckers sichtbar sind. Qualität geht vor. Ich druckte insgesamt vier Teile und legte sie paarweise übereinander. Das dauerte etwa sechs Stunden. Dann klebte ich die Teile zusammen, sodass eine Seite die Schachfigur und die andere die Backgammonfigur ist.

Ich habe zwei wunderschöne Boxen. Beide haben auf der einen Seite die Schachfigur und auf der anderen die Backgammonfigur. Perfekt. Jetzt müssen wir die beiden Teile zusammenfügen. Wir brauchen Scharniere. Ich habe die kleinsten Scharniere gekauft, die ich finden konnte. Nach dem Zusammenbau brauche ich noch einen Verschlussmechanismus, damit die Öffnung geschlossen bleibt. Sie soll sich ja nicht ständig von selbst öffnen. Auch dafür habe ich den kleinsten passenden Verschlussmechanismus gekauft. Mal sehen, wie alles zusammenpasst. Aber wo befestige ich die Scharniere? Meine Seite ist 2 mm dick. Dort kann ich sie aber nicht anbringen. Ich habe auch keine passenden Schrauben. Eine 2-mm-Schraube würde sie sowieso beschädigen. Also habe ich eine kleine Schablone gedruckt und die Scharniere hineingesetzt. Die Schablone habe ich dann an meine Box geklebt. Diese Schablone ist auf dem Foto unten zu sehen.

Allerdings mussten die Scharniere etwas höher sein, damit ich Platz zum Einsetzen hatte. Durch die zusätzliche Höhe ließ sich die Box nicht mehr schließen. Das Ergebnis ist das Bild mit dem Fragezeichen unten.

Ich habe beschlossen, weiterzumachen. Ich wollte das Projekt so fertigstellen. Es wäre hilfreich gewesen, das Produkt in der Hand zu haben und andere Probleme zu sehen. Ich beschloss, das gekaufte Schloss an der Box zu befestigen. Der Schließmechanismus blieb jedoch ungeschützt. Das sah nicht nur unschön aus, sondern erschwerte auch die Positionierung der Box. Doch ich hatte noch ein weiteres Problem: Die Schrauben, mit denen ich den Schließmechanismus befestigt hatte, waren länger als 2 mm, durchbohrten die Seitenwände und steckten im Spielbrett fest. Man kann es unten sehen.

Nun war das Set unbrauchbar. Waren all die Tage Arbeit umsonst gewesen? Nein! Ich hatte sogar etwas Wertvolles gewonnen: Erfahrung. Also beschloss ich, ein neues Design zu entwerfen. Zunächst bereiteten mir die 2 mm breiten Kanten Schwierigkeiten. Ich brauchte mindestens 1 cm Platz für die Scharniere. Daher musste ich die Backgammon-Steine ​​auf einer Seite um 10 mm verbreitern, sodass sie insgesamt 260 mm breit waren. Die Schachfiguren mussten natürlich die gleiche Länge haben. Ich verbreiterte sie auf der anderen Seite ebenfalls um 10 mm. Ich legte die Positionen für die Scharniere fest und überprüfte alle Berechnungen. Und ich habe den Entwurf fertiggestellt.

Obwohl ich bei meinem zweiten Entwurf Probleme mit dem Verriegelungsmechanismus hatte, konnte ich das Problem mit einem selbstgefertigten Kunststoffteil lösen. Abgesehen von ein paar Millimetern zusätzlicher Höhe beim Schachspielen ist das Set jetzt einwandfrei. Ein gescheitertes Projekt führte letztendlich zu einem erfolgreichen Produkt.

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