Wie stellt man ein Schachspiel her?

Wir zeigen euch, wie wir ein Schachbrett herstellen. Wir werden dazu Videos erstellen, aber die Arbeit daran und gleichzeitig das Filmen (professionell) ist etwas anspruchsvoll. Ein komplettes Video haben wir noch nicht fertiggestellt. Wir können den Prozess aber anhand von Bildern veranschaulichen.

Hier erzähle ich euch, wie wir ein Standard-Schachbrett (30 x 30 cm) herstellen. Das Mittelteil wird in einer Silikonform gegossen und der Rahmen mit einem 3D-Drucker gedruckt. Beispiele für diesen Typ sind:

Die Geschichte des Schachs beginnt mit dem Gießen der Hälfte seiner 32 Felder. Zuerst wird ein einfarbiges Feld gegossen, um ein Vermischen der Farben zu verhindern. Andernfalls könnten Faktoren wie Neigung, Vibration und Wind zum Verlaufen der Farben führen. Sollte beim Arbeiten auf einer Seite ein Fehler passieren, wird dieser auf der anderen Seite korrigiert. Daher wird immer nur die Hälfte der Felder gegossen. Anschließend lässt man sie mindestens einen Tag lang trocknen.

In der Zwischenzeit kannst du eine kurze Pause einlegen. Aber pass auf, was du trinkst. Wenn du zu viel trinkst, denkst du vielleicht: „Moment mal, ich färbe das Ding knallrosa an!“ 🙂

Dann widmen wir uns der anderen Hälfte der Quadrate. Wir bereiten unsere Epoxidmischung vor, mischen die Farbe an und beginnen mit dem Gießen der restlichen Quadrate. Da die anderen Quadrate zu diesem Zeitpunkt bereits trocknen, können wir eventuelle Überschüsse oder Verschüttetes entfernen. Sobald die restlichen Quadrate gegossen sind, lassen wir sie mindestens einen Tag lang trocknen.

Währenddessen beginnen wir mit dem Gießen der Schachfiguren. Mit einer Form können wir 16 Figuren gleichzeitig gießen, mit zwei Formen 32. Sollen die Figuren zweifarbig sein, füllen wir sie zunächst nur zur Hälfte mit dem farbigen Epoxidharz und warten mindestens sechs Stunden. Anschließend gießen wir die andere Hälfte ein. Die Figuren werden nach 24 Stunden im Sommer und 48 Stunden im Winter aus der Form genommen.

Sollten Mängel am Stein oder Holz vorhanden sein, beheben wir diese. Die Reparatur erfolgt in der Regel mit UV-beständigem Epoxidharz. Allerdings ist sie nicht immer erfolgreich. In solchen Fällen muss das Holz oder der Stein gegebenenfalls neu gegossen werden.

Sobald alles fertig ist, überlassen wir es unserer Tochter zur „Qualitätskontrolle“. Gefällt es ihr, hat es die Qualitätskontrolle bestanden. Wenn nicht, wandert es in den Müll. 🙂

Dann geht es an den Computer. Manche finden es seltsam, dass 3D-Drucker für etwas „Handgefertigtes“ verwendet werden. Sie sagen: „Ich dachte, das wäre handgefertigt? Der Computer macht das doch!“ Dabei fertigen wir alle Schachfiguren von Hand. Gibt es etwas „Handgefertigteres“ als ein Produkt, das wir am Computer entworfen haben, jedes Detail, jeden Millimeter? Was entwerfen wir? Die Größe des Rahmens, die Muster, die Buchstaben und Zahlen darauf … Wir zeichnen es zuerst am Computer. Dann senden wir es an den 3D-Drucker und hoffen, dass er keinen Fehler macht. Denn Rahmen sind ziemlich groß. Das Filament, das bei einem Fehler verschwendet wird, ist nicht gerade billig.

Nach dem Druckvorgang wird der Rahmen entfernt. Zuerst wird er von 3D-Druckrückständen und Stützstrukturen befreit. Kleine Unebenheiten werden mit Holz- oder Metallspachtelmasse ausgeglichen. Nach einem Tag Trocknungszeit wird der Rahmen mindestens eine halbe Stunde lang von Hand mit Schleifpapier verschiedener Körnungen geschliffen. Dadurch wird die unebene Oberfläche des 3D-Drucks geglättet und erhält ein elegantes Finish. Anschließend folgt ein Schleif- und Lackiervorgang. Zuerst wird eine Schicht Grundierung aufgetragen. Nach einer Stunde wird mit feinem Schleifpapier nachgeschliffen. Danach folgt eine weitere Schicht Grundierung, erneutes Schleifen, Lackieren und wieder Schleifen. Nach sechs Stunden wird eine weitere Lackschicht aufgetragen, gefolgt von erneutem Schleifen. Auf diese Weise werden zwei Schichten geschliffen, drei Schichten Lack und zwei Schichten Klarlack aufgetragen. Die Fertigstellung des Rahmens dauert etwa zwei Tage.

Manchmal vor, manchmal nach dem Lackieren, manchmal auch etwas davor und danach, montieren wir Rahmen und Schachbrett. Wir verbinden Schachbrett und Rahmen zu einem einzigen Stück. Dafür verwenden wir in der Regel schnelltrocknende Epoxidharze. Wir lassen den Kleber mindestens einen Tag aushärten. Anschließend versiegeln wir alle Fugen des nun stabilen Rahmens mit flüssigem Latex oder Aquariensilikon. Dies ist notwendig, da wir anschließend eine weitere Schicht Epoxidharz sowohl auf als auch unter das Schachbrett auftragen. Dadurch wird das Schachbrett sehr haltbar und unschöne Spuren von Lackierung oder Schleifen werden vermieden.

Einige Tage später, nachdem unser Schachbrett zusammengebaut und die obere und untere Epoxidschicht aufgetragen sind, folgen die letzten Handgriffe. Normalerweise bringen wir die Buchstaben und Zahlen später an. Beispielsweise drucken wir die Bretter, die lackiert werden sollen, komplett flach, sodass sie geschliffen und lackiert werden können. Bei Schachbrettern, die nicht lackiert werden sollen, drucken wir Buchstaben und Zahlen zusammen. In diesem Schritt werden die Buchstaben- und Zahlenetiketten auf die lackierten Bretter aufgebracht. Anschließend werden, falls gewünscht, LED-Leuchten installiert. Bei Bedarf wird die Unterseite abgedeckt.

Nach tagelanger Arbeit und Mühe ist das Schachbrett endlich fertig. Glaubt mir, manchmal vergehen Monate, bis es fertig ist. Es kostet auch viel Zeit und Geld. Die Freude, die Figuren endlich auf dem Brett zu platzieren und zu fotografieren, ist unbezahlbar.

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